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Ist Mountainbiken gesund? – So sage ich ja!

Mountainbiken gesund

Zugegeben, wenn ich erwähne, dass ich Mountainbike fahre, sind die Blicke im Freundeskreis und in der Familie manchmal skeptisch. Von dem fragenden Blicken bei ärztlichen Routineuntersuchungen will ich gar nicht erst sprechen.

Als wäre es eine Frage der Vernunft, ob eine Frau über 40 auf einem Mountainbike sitzt. Ehrlicherweise ist das kein Wunder. Denken viele Menschen bei dem Wort Mountainbiken gleich an extreme Sprünge, wilde Dudes und Adrenalinsucht.

Das wird mir regelmäßig auf Social Media signalisiert, wenn ich mir so manch einen Instagram-Account des ein oder anderen Bikeparks anschaue. Gelegentliche Kommentare auf meinen Kanälen, dass das hier kein „ernsthaftes Ballern“ ist, tun ihr Übriges.

Dabei kann Mountainbiken auch anders aussehen. Dieser Sport ist mittlerweile in der Breite angekommen und es sind ganz normale Menschen wie du und ich, die Lust darauf haben, sich in der Natur zu bewegen oder einfach einen super Tag im Bikepark mit tollen Menschen verbringen wollen.

Warum Mountainbiken gesund sein kann und was dabei wichtig ist, damit es das so bleibt, erzähle ich dir hier.

Was Mountainbiken mit dem Körper macht

Mountainbiken ist ein Ganzkörpertraining. Die Beine arbeiten beim Uphill (Bergauf fahren oder schieben), der Rumpf stabilisiert bei technischen Passagen, Arme und Schultern dämpfen und gleichen aus. Das Herz-Kreislauf-System wird immer wieder gefordert.

Dabei fühlt sich Mountainbiken nicht wie ein Pflichtprogramm an, sondern nach Spaß.

Und was macht Mountainbiken mit dem Kopf?

Vanessa steht mit ihrem Mountainbike im Wald und isst einen Energieriegel.

Das gibt mir mindestens so viel wie das Körperliche.

Mountainbiken ist zusätzlich ein Training für den Geist. Auf dem Trail passiert sehr viel gleichzeitig. Blick nach vorne, Linien lesen, Körper positionieren, bremsen, reagieren und das alles in Sekundenbruchteilen. Das Gehirn arbeitet dabei auf Hochtouren und wird mit jedem Trail ein bisschen besser darin.

Reaktionsvermögen, Konzentration, räumliches Denken, Entscheidungsschnelligkeit, all das wird auf dem Bike trainiert, ohne dass es sich wie Training oder Üben anfühlt. Genau das macht es so wertvoll. Besonders ab 40, wenn es wichtiger wird diese Fähigkeiten aktiv zu erhalten statt sie dem Alltag zu überlassen.

Apropos Alltag

Auf dem Trail passiert etwas, das ich im Alltag kaum kenne. Der Kopf hört auf mit dem Gedankenkarussell, weil der Trail die volle Aufmerksamkeit fordert. Schließlich muss jeder Trail genau auf Kurven, Wurzeln oder Stufen gelesen werden. In diesem Moment ist kein Platz für offene Aufgaben, ungelesene Nachrichten oder den nächsten Termin.

Kein Wunder, denn Bewegung in der Natur senkt nachweislich den Kortisolspiegel. Kortisol ist das Stresshormon, das bei vielen von uns gerne mal zu hoch ist. Die Kombination aus frischer Luft, Sonnenlicht und körperlicher Belastung setzt Endorphine frei und unterstützt die innere Gelassenheit.

Ist Mountainbiken gut für den Rücken?

Ja, wenn man es richtig macht. Eine gute Körperhaltung auf dem Bike stärkt die Rumpfmuskulatur und kann Rückenproblemen vorbeugen. Die ständige Arbeit des Körpers, das Gleichgewicht zu halten, trainiert genau die Stabilität die viele von uns durch langes Sitzen im Alltag verloren haben.

Wichtig dabei:

  • Die richtige Einstellung des Bikes
  • eine solide Grundtechnik
  • Kraft- und Beweglichkeitstraining im Alltag

Eines ohne das andere funktioniert nicht so gut.

Wie oft sollte ich Mountainbike fahren?

Zwei bis drei Mal pro Woche wären ideal, um die positiven Effekte zu maximieren. Im echten Alltag ist das oft nicht realistisch und das ist völlig in Ordnung.

Ich habe gelernt, dass nicht jede Ausfahrt ein Bikeparktag sein muss und es völlig okay ist, dass Mountainbiken ein Wochenend- oder Urlaubsvergnügen ist.

In der Woche trainiere ich im Fitnessstudio. Denn wie sage ich immer so schön: Älter werden ohne Krafttraining ist für mich keine Option. Mein Yoga ist mir ebenfalls heilig.

Da bleibt mir einfach nicht mehr Zeit. Der Alltag will schließlich ebenfalls gestemmt werden.

Vanessa steht mit ihrem Mountainbike auf der Petzen

So ein Panorama ist natürlich ein Traum, aber es muss nicht immer das große Programm sein. Vielleicht hast du einen schönen Trail in deiner Nähe im Wald. Da ist selbst eine kleine Runde ein Genuss.

Und die Unfallgefahr?

Sie gehört dazu, das wäre unehrlich zu leugnen. Mountainbiken ist ein Sport mit Risiko. Aber mit der richtigen Schutzausrüstung, einer soliden Fahrtechnik, einem gut trainierten und genährten Körper und einer Streckenwahl, die zum eigenen Können passt, lässt sich dieses Risiko erheblich reduzieren.

Ich bin gestürzt. Ich werde wieder stürzen und ich sitze trotzdem immer wieder auf dem Bike. Weil der Nutzen, körperlich wie mental, die Risiken bei Weitem überwiegen.

So kannst du Mountainbiken zu einem gesunden Sport machen

Mountainbiken ist gesund. Aber nicht bedingungslos. Es kommt darauf an wie du es machst und dass du dabei auf dich hörst.

  1. Kenne deine Grenzen: Nicht jeder Trail muss heute gefahren werden. Fortschritt entsteht durch kontinuierliches Fahren, nicht durch Überforderung. Was sich heute nicht richtig anfühlt, darf warten.
  2. Sorge für einen ganzheitlich fitten Körper: Kraft, Stabilität und Beweglichkeit sind die Grundlage deines Körpers. Wer auf dem Bike gut und sicher fahren will, tut gut daran abseits des Trails in seinen Körper zu investieren. Krafttraining, Yoga, Pilates, was immer zu dir passt. Das muss kein spezielles Krafttraining für Mountainbiker sein.
  3. Achte auf deine Energieversorgung: Was vor und nach der Tour auf dem Teller landet, macht einen größeren Unterschied als viele denken. Stabile Energie auf dem Trail beginnt nicht im Sattel sondern in der Küche.
  4. Schütze dich: Helm, Protektoren, Handschuhe, Brille sind nicht verhandelbar. Schutzausrüstung ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Selbstrespekt.
  5. Regeneriere bewusst: Ein intensiver Bikeparktag braucht Erholung danach. Schlaf, ausreichend Trinken und eine gute Mahlzeit am Abend geben deinem Körper die richtigen Voraussetzungen dafür.
  6. Fahre mit Freude, nicht mit Druck: Das ist der wichtigste Punkt. Mountainbiken, das sich wie Pflicht anfühlt, das unter Leistungsdruck steht oder von Vergleichen getrieben wird, verfehlt den Kern. Fahr, weil es sich gut anfühlt. Nicht um etwas zu beweisen.
  7. Höre auf dein Bauchgefühl: Dein Körper sendet Signale. Müdigkeit, die anders ist als sonst, ein Zögern vor einem Hindernis oder ein ungutes Gefühl auf einem Trail sind Signale und keine Schwäche.

Ist Mountainbiken gesund? – Ein Gedanke zum Schluss

Mountainbiken ist für mich kein Sport, den ich betreibe um Kalorien zu verbrennen oder eine Bestzeit zu fahren.

Mountainbiken ist einfach nur purer Spaß. Es bringt mich in die Natur und das gemeinsam mit tollen Menschen.

Wichtig ist wie immer, das Ganze mit Köpfchen zu betreiben. Dann kannst du das Risiko für ernsthafte Verletzungen reduzieren.

Ich bin neugierig, wie du das erlebst. Schreib mir gern hier in den Kommentaren oder drüben auf Instagram. Alles Liebe, Vanessa

Für deinen nächsten Bikeparktag

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