Als ich mit dem Mountainbiken angefangen habe, stand ich vor der Frage: Was ziehe ich an? Brauche ich sofort die komplette Profi Mountainbike Ausrüstung oder kann ich erstmal mit weniger starten?
Da ich (wie wahrscheinlich viele von euch) nicht im Geld schwimme, überlege ich mir am Monatsende ganz genau, wofür ich mein hart verdientes Gehalt ausgebe. Meine Mountainbike-Ausrüstung war daher eher ein „Stück für Stück statt All-in“-Projekt.
So habe ich meine Mountainbike Ausrüstung aufgebaut
Phase 1
- Mountainbike Halbschalenhelm
- Ellenbogenprotekoren
- Knieprotektoren

Am Anfang war meine Ausrüstung ziemlich basic. Ein Halbschalen-Helm, Knie- und Ellenbogenprotektoren.
Das war’s im Wesentlichen. Für Hose und Oberteil mussten erstmal meine Fitness-Leggings und ein schlichtes Shirt herhalten.
Sah nicht unbedingt nach Bike-Pro aus, hat aber gereicht, um loszulegen und nicht die Freude dran zu verlieren, wenn ich mir die Pedale gegen das Schienbein haue oder den Ellenbogen aufschlage.
Phase 2
- Fullface Helm
- Einfache Schutzbrille und Goggle (geliehen)
- MTB Handschuhe
- MTB Socken
- MTB Schuhe

Kurz danach kamen Handschuhe dazu, weil ich ziemlich schnell gemerkt hab: mehr Grip und Schutz vor harten Ästen oder wenn ich mich doch mal unfreiwillig mit der Hand vom Boden abstützen musste.
Mountainbike-Schuhe und passende MTB Strümpfe hab ich mir auch kurz darauf gegönnt. Die Schuhe haben mir sofort ein stabileres Gefühl auf dem Pedal gegeben. Anders als meine ausgelatschten Fitnessschuhe, mit denen vermutlich viele von uns gestartet sind. Die speziellen Socken waren auch direkt angenehmer an den Füßen.
Mit der Zeit wurde aus dem Basic-Look eine wesentlich professionellere Mountainbike Ausrüstung. Vor allem mit dem Fullface-Helm, der neben dem Kopf auch noch meinen Kiefer und das Gesicht schützt. Das war mir mein Lächeln definitiv wert 😀
Und wenn’s mal staubt oder ich so schnell rase, dass herumliegende Steinchen oder Äste durch die Gegend fliegen, sorgt die Goggle dafür, dass meine Augen gut geschützt sind. Gleichzeitig bietet eine Schutzbrille auch Schutz vor Wind und Insekten, die ganz schnell ins Auge fliegen können.
Für die Fahrten mit der Halbschale, habe ich mir am Anfang einfache Schutzbrillen gekauft. Diese bekommt man bereits für unter zehn Euro und die haben mir damals auf jeden Fall gereicht.
Mountainbiken mit Sehschwäche
Da ich gefühlt ab 2 Meter blind bin, hab ich mich am Anfang gefragt, wie das mit dem Mountainbiken funktionieren soll. Meine Alltagsbrille mit Glas wollte ich definitiv nicht riskieren. Einmal doof gestürzt und schon ist das Ding Schrott (von der Verletzungsgefahr ganz zu schweigen). Also hab ich bei meinem Optiker beraten lassen und dafür entschieden es mit Kontaktlinsen zu probieren. Anfangs war es etwas fummelig, insbesondere das Rausnehmen. Aber inzwischen habe ich da Routine und will sie beim Biken nicht mehr missen. Allein das Gefühl alles wieder scharf zu sehen ohne den Brillenrahmen fand ich schon genial.
Phase 3
- Brust- und Rückenpanzer
- MTB Jersey

Dazu kam ein Brust- und Rückenpanzer, der mich zwar nicht unverwundbar macht, aber mir beim Fahren ein deutlich sichereres Gefühl gibt.
Ein richtiges MTB-Jersey war dann der nächste Schritt weg vom alten Sportshirt. Atmungsaktiv, sitzt besser und das Wichtigste…es sieht viel cooler aus.
Phase 4
- Mountainbike Hose
- Mehr Jerseys
- Mehr Mountainbike Socken

Irgendwann musste dann doch eine richtige Mountainbike-Hose her, einfach wegen der besseren Taschen und dem robusteren Material. Am Anfang war es schon ungewohnt für mich so weite Sportkleidung zu tragen und manchmal tue ich mich noch immer schwer damit. Aber so passen die Protektoren drunter und alles hat seinen Platz.
Bei den Jerseys kam natürlich auch der Mode-Faktor dazu. Ich liebe es, meine Outfits abzustimmen und wenn ich schon bergab schwitze, will ich mich dabei wohlfühlen. Und natürlich ist es auch praktisch, wenn etwas in der Wäsche ist oder wir unterwegs sind.
Mehr MTB-Socken gab’s dann auch noch und so wuchs meine Mountainbike Garderobe immer weiter.
Phase 5
- Mountainbike Regenjacke
- Mountainbike Windbreaker

Leider habe ich beim Biken gemerkt: Das Wetter fragt nicht, ob du gerade einen geilen Trail planst. Deshalb durfte eine gute Regenjacke nicht fehlen. Wasserdicht, atmungsaktiv und mit verschließbaren Taschen, was ich sehr praktisch finde.
Den Windbreaker kann ich so klein falten, dass er sogar in mein Hipbag passt. Perfekt für die Abfahrt, wenn’s oben frisch wird oder der Fahrtwind ordentlich reinknallt. Beides sind für mich mittlerweile echte Must-haves, nicht nur für schlechte Tage, sondern auch, um spontan auf Wetterlaunen reagieren zu können.
Phase 6
- Schulterprotektoren
- Goggles
- Mehr Handschuhe

Mit den Schulterprotektoren habe ich mein Schutzlevel nochmal angehoben. Im Bikepark oder bei technischen Trails fühl ich mich damit einfach sicherer. Mein Panzer lässt sich modular aufbauen, daher konnte ich sie einfach ergänzen.
Gerade bei den Schulterprotektoren haben mich die vielen Röntgen- und OP-Bilder aus der Community auf Insta endgültig überzeugt. Jedes Mal habe ich gefühlt mitgelitten, da so etwas echt Schmerzen und bikefreie Zeit kosten kann.
Weil eine Goggle allein irgendwie nie reicht (beschlagen, verkratzt, vergessen, falsche Farbe…), kamen schnell noch ein, zwei schicke Modelle dazu.
Dasselbe bei den Handschuhen: Ich liebe es, mehrere zur Auswahl zu haben, je nach Wetter Laune und Outfit. Außerdem ist es gar nicht so schlecht, ein Ersatzpaar in der Bikepark Tasche zu haben. Man weiß ja nie.
Zusätzlich nice to have
- Halstuch
- Warmer Baselayer
- Sport BHs

Für kühlere Tage nehme ich gerne ein Schlauch-Halstuch aus Wolle, dass ich auch über den Kopf unter den Helm ziehen kann.
Der Baselayer hält angenehm warm, ohne dass man direkt beim ersten Anstieg ins Schwitzen kommt.
Bei Sport-BHs greife ich auf meine Fitness-Bustiers zurück. Die sitzen schön eng, haben keine störenden Nähte und machen genau das, was sie sollen, halten ohne zu nerven.
Phase 7
- Hipbag
- Neues Bike

Weil ich sehr viel für schicke Handtaschen übrig habe, gab´s letzten Winter auch ein Hipbag. Damit habe ich alles wichtige wie Getränke, Tools, Snacks und Handy griffbereit.
Dieses Jahr kam endlich das neue Bike. Der Moment, in dem man das alte liebevoll in Rente schickt und auf ein Setup umsteigt, das perfekt zu einem passt. Das neue Bike war für mich nicht einfach nur ein Kauf, sondern ein JA zu mir selbst und meinem neuen Leben. Der letzte Urlaub hat noch mal gezeigt wie sehr sich die Investition des Bikes gelohnt hat.
Welche Ausrüstung braucht man zum Mountainbiken?
Als Mountainbike Anfänger steht man irgendwann vorm Kleiderschrank (oder vorm Onlineshop) und denkt sich: „Und jetzt?“. Man braucht kein Profi-Outfit für Tausende Euro, um loszulegen. Aber ein bisschen mehr als Jeans und Hoodie darf’s dann doch sein. Am Anfang habe ich einfach meine Fitness-Leggings und ein Sportshirt getragen, bequem, funktional, fertig.
Das Wichtigste ist nicht der Look, sondern deine Sicherheit. Ein Helm gehört für mich absolut zur Grundausstattung einer Mountainbike Ausrüstung, no excuses. Knie- und Ellenbogenprotektoren sind ebenfalls echte Lebensretter, gerade wenn’s technisch oder schneller wird. Die kommen bei mir lieber zu früh als zu spät zum Einsatz.
Auch wenn ich gerne mal meckere weil ich gefühlt am liebsten FKK-Biken würde, sehe ich den Sinn der Schutzkleidung ein. Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch aus Rücksicht auf die Gesellschaft 😀
Hast du Fragen dazu, einen wertvollen Tipp oder besondere Erfahrungen gemacht? Schreib mir hier gerne einen Kommentar oder eine Nachricht auf Insta.
Bis bald auf dem Trail, Deine Vanessa