Du hast gerade mit dem Mountainbiken angefangen und fragst dich, welche Ausrüstung du brauchst? Dann kennst du wahrscheinlich das Problem. Kaum sucht man nach Mountainbike Ausrüstung für Anfänger, bekommt man eine endlose Liste aus Helm, Jerseys, MTB-Hose, speziellen Schuhen, Protektoren und jeder Menge Zubehör.
Aber brauchst du das wirklich alles zum Start? Nein.
Ich bin selbst erst als Erwachsene ins Mountainbiken eingestiegen und habe meine Ausrüstung deshalb nicht von Anfang an komplett gekauft. Vieles kam erst nach und nach dazu. Immer dann, wenn ich gemerkt habe, dass ich es tatsächlich brauche.
Hier zeige ich dir, welche Mountainbike-Ausrüstung für Anfänger sinnvoll ist, worauf du beim Kauf achten solltest und was du dir am Anfang getrost sparen kannst.
Ich nehme dich mit durch meine persönliche Ausrüstungsgeschichte. Denn manches würde ich heute anders kaufen als damals.
So habe ich meine Mountainbike Ausrüstung aufgebaut
Schritt 1 – Helm und Protektoren
- Mountainbike Halbschalenhelm
- Ellenbogenprotekoren
- Knieprotektoren

Zu Beginn meiner Mountainbike-Reise war meine Ausrüstung noch ziemlich schlicht. Ein spezieller Mountainbike-Halbschalen-Helm sowie Knie- und Ellenbogenprotektoren.
Das war es im Wesentlichen. Für Hose und Oberteil mussten erstmal meine Fitness-Leggings und ein einfaches Shirt herhalten.
Das sah zwar nicht unbedingt nach Bike-Pro aus, hat aber völlig gereicht, um loszulegen.
Schritt 2 – Fullface Helm, Schutzbrille, Handschuhe, Socken und Schuhe
- Fullface Helm
- Einfache Schutzbrille und Goggle (geliehen)
- MTB Handschuhe
- MTB Socken
- MTB Schuhe

Kurz danach kamen Handschuhe dazu, weil ich ziemlich schnell gemerkt hab, dass mehr Grip und Schutz vor harten Ästen schon ziemlich praktisch sind. Vor allem, wenn man sich doch mal unfreiwillig mit der Hand am Boden abstützen muss. Schotter an den Handflächen kann unfassbar schmerzhaft sein.
Kurz darauf habe ich mir Mountainbike Schuhe und passende MTB Strümpfe gegönnt. Die Schuhe haben mir sofort ein stabileres Gefühl auf dem Pedal gegeben. Ganz anders als meine ausgelatschten Fitnessschuhe, mit denen vermutlich viele von uns gestartet sind. Die speziellen Socken waren direkt angenehmer an den Füßen.
Mit der Zeit wurde aus dem Basic-Look eine wesentlich professionellere Mountainbike Ausrüstung. Gerade der Fullface-Helm machte einen großen Unterschied, denn er kann neben dem Kopf zusätzlich meinen Kiefer und das Gesicht schützen. Das war mir mein Lächeln definitiv wert.
Wenn es mal staubt oder ich so schnell fahre, dass herumliegende Steinchen oder Äste durch die Gegend fliegen, sorgt die Goggle dafür, dass meine Augen gut geschützt sind. Gleichzeitig hält sie Wind und Insekten ab, die sonst ganz schnell im Auge landen können.
Für die Fahrten mit der Halbschale habe ich mir am Anfang einfache Arbeitsschutzbrillen gekauft. Die bekommt man bereits für unter zehn Euro und sie haben mir zu Beginn auf jeden Fall gereicht.
Mountainbiken mit Sehschwäche
Da ich gefühlt ab zwei Metern blind bin, hab ich mich irgendwann gefragt, wie das mit dem Mountainbiken funktionieren soll. Meine Alltagsbrille mit Glas wollte ich dabei definitiv nicht riskieren. Einmal doof gestürzt und schon ist die wertvolle Brille Schrott, von der Verletzungsgefahr durch die Gläser ganz zu schweigen.
Also hab ich mich bei meinem Optiker beraten lassen und mich dafür entschieden, es mit Kontaktlinsen zu probieren. Anfangs war es etwas fummelig, insbesondere das Rausnehmen. Aber inzwischen habe ich da Routine und möchte sie beim Biken nicht mehr missen. Allein das Gefühl, wieder alles scharf sehen zu können, ohne einen Brillenrahmen im Gesicht zu haben, fand ich genial.
Schritt 3 – Jersey und Oberkörperprotektor
- Brust- und Rückenpanzer
- MTB Jersey

Als Nächstes kam ein Brust- und Rückenpanzer, der mich zwar nicht unverwundbar macht, aber meine Wirbelsäule und meinen Brustkorb bei einem möglichen Sturz deutlich schützen kann.
Ein richtiges MTB Jersey war der nächste Schritt weg vom alten Sportshirt. Es ist atmungsaktiv, sitzt besser und das Wichtigste: Die langen Ärmel schützen mich vor Ästen, Dornen und Insektenstichen und bieten gleichzeitig einen gewissen UV-Schutz.
Schritt 4 – Hose
- Mountainbike Hose
- Mehr Jerseys
- Mehr Mountainbike Socken

Irgendwann musste dann doch eine richtige Mountainbike Hose her, wegen der besseren Taschen und des robusteren Materials. Es war für mich ganz schön ungewohnt, so weite Sportkleidung zu tragen. Manchmal tue ich mich noch immer schwer damit. Aber dafür passen die Protektoren drunter und alles hat seinen Platz.
Bei den Jerseys kam zusätzlich der Mode-Faktor dazu. Ich liebe es, meine Outfits abzustimmen, und wenn ich schon bergab schwitze, möchte ich mich dabei wohlfühlen. Außerdem ist es praktisch, ein paar zur Auswahl zu haben, wenn etwas in der Wäsche ist oder wir länger unterwegs sind.
Dazu kamen nach und nach immer mehr MTB-Socken und so wuchs meine Mountainbike-Garderobe immer weiter.
Schritt 5 – Regenjacke und Windbreaker
- Mountainbike Regenjacke
- Mountainbike Windbreaker

Leider habe ich beim Biken gemerkt, dass das Wetter nicht fragt, ob du gerade einen großartigen Trail planst. Deshalb durfte eine gute Regenjacke nicht fehlen. Sie ist wasserdicht, atmungsaktiv und hat verschließbaren Taschen, was ich besonders praktisch finde.
Den Windbreaker kann ich so klein falten, dass er sogar in mein Hipbag passt. Perfekt für die Abfahrt, wenn’s oben frisch wird oder der Fahrtwind doch etwas stärker weht.
Beides sind für mich mittlerweile echte Must-haves und das nicht nur für schlechte Tage, sondern auch, um spontan auf Wetterlaunen reagieren zu können.
Schritt 6 Schulterprotektoren
- Schulterprotektoren
- Goggles
- Mehr Handschuhe

Mit den Schulterprotektoren habe ich mein Schutzlevel weiter angehoben. Im Bikepark oder auf technischen Trails fühl ich mich damit einfach sicherer.
Mein Panzer lässt sich modular aufbauen, daher konnte ich sie problemlos ergänzen. Leider war dieser Panzer bereits ein Auslaufmodell.
Sind Schulterprotektoren nutzlos?
Leider höre ich das immer wieder auf Social Media und die Antwort ist nicht eindeutig mit ja oder nein zu beantworten. Auch wenn Schlüsselbeinbrüche und Verletzungen des Schultereckgelenks (AC-Gelenk) zu den häufigsten Schulterverletzungen beim Mountainbiken gehören, schützt ein Schulterprotektor genau vor diesen Verletzungen nur eingeschränkt. Diese entstehen oft durch komplexe Kraftübertragungen über den gesamten Schultergürtel, die durch Polsterung von außen kaum vollständig abgefangen werden können.
Dennoch sind Schulterprotektoren keineswegs wirkungslos. Sie können deutlich das Risiko von Weichteilverletzungen wie Schürfwunden, Prellungen und schmerzhaften direkten Aufprallschäden an der Schulter reduzieren. Besonders bei seitlichen Abrollen oder direkten Kontakten mit dem Untergrund können sie die Aufprallenergie verteilen und so die Verletzungsintensität spürbar verringern.
Weil eine Goggle allein irgendwie nie reicht (beschlagen, verkratzt, vergessen, falsche Farbe…), kamen schnell ein, zwei weitere schicke Modelle dazu.
Das selbe bei den Handschuhen. Ich liebe es, mehrere zur Auswahl zu haben, je nach Wetter, Laune und Outfit. Außerdem ist es gar nicht so schlecht, ein Ersatzpaar in der Bikepark Tasche zu haben. Man weiß ja nie.
Zusätzlich nice to have
- Halstuch
- Warmer Baselayer
- Sport BHs

Für kühlere Tage nehme ich gerne ein Schlauch-Halstuch aus Wolle, dass ich über den Kopf unter den Helm ziehen kann.
Der Baselayer hält angenehm warm, ohne ich direkt beim ersten Uphill ins Schwitzen kommt.
Bei Sport-BHs greife ich auf meine Fitness-Bustiers zurück. Die sitzen schön eng, haben keine störenden Nähte und machen genau das, was sie sollen. Sie halten alles an ihrem Platz, ohne dass ich sie spüre.
Schritt 7 – HipBag, Bike
- Hipbag
- Neues Bike
Weil ich sehr viel für schicke Handtaschen übrig habe, gab es letzten Winter endlich ein Hipbag. Damit habe ich alles wichtige, wie Getränke, Tools, Snacks und Handy griffbereit.
Dieses Jahr kam endlich mein neues Bike. Nachdem ich zwei Jahre lang netterweise das alte Bike von Jens fahren durfte, war es so weit. Das neue Bike war für mich nicht einfach nur ein Kauf, sondern ein JA zu mir selbst und meinem neuen Leben. Der erste Urlaub damit hat mir gezeigt, wie sehr sich die Investition des Bikes gelohnt hat.
Mountainbike Ausrüstung für Anfänger – Ein Gedanke zum Schluss
Als Mountainbike-Anfänger steht man irgendwann vor dem Kleiderschrank oder im Onlineshop und denkt sich: Und jetzt? Was brauche ich eigentlich wirklich?
Nach meiner Erfahrung brauchst du kein Profi-Outfit für Tausende Euro, um mit dem Mountainbiken anzufangen. Bei meinen ersten Fahrten haben eine Fitness-Leggings und ein Sportshirt völlig ausgereicht. Nicht besonders MTB-mäßig, aber bequem und funktional.
Das Wichtigste ist ohnehin nicht der Look, sondern deine Sicherheit. Ein gut sitzender Helm gehört für mich deshalb zur absoluten Grundausstattung. Knie- und Ellenbogenprotektoren können ebenfalls sinnvoll sein. Gerade wenn es technisch anspruchsvoller oder schneller wird. Bei ihnen gilt für lieber etwas früher als zu spät.
Was ich heute anders machen würde? Handschuhe hätte ich mir direkt am Anfang kaufen sollen. Sie gehören für mich inzwischen ganz selbstverständlich zur Mountainbike-Ausrüstung und natürlich würde ich mein Bike direkt kaufen.
Ansonsten bin ich mit meinem schrittweisen Aufbau sehr zufrieden. Denn genau darum geht es für mich. Nicht alles auf einmal kaufen, sondern erst einmal losfahren und mit der Zeit herausfinden, was du wirklich brauchst.
Du musst nicht perfekt ausgestattet sein, um mit dem Mountainbiken anzufangen. Du musst einfach anfangen.
Häufige Fragen zur Mountainbike-Ausrüstung für Anfänger
Welche Ausrüstung braucht man als Mountainbike-Anfänger?
Für den Einstieg brauchst du vor allem einen gut sitzenden Helm. Je nach Fahrweise sind außerdem Handschuhe, Brille, geeignete Schuhe und Protektoren sinnvoll.
Brauche ich als Anfänger Knieprotektoren?
Das hängt davon ab, wo und wie du fährst. Bei einfachen Touren sind sie nicht zwingend notwendig. Wenn es technisch anspruchsvoller oder schneller wird, können sie zusätzlichen Schutz bieten.
Welche Kleidung brauche ich zum Mountainbiken?
Für die ersten Touren brauchst du nicht unbedingt spezielle MTB-Kleidung. Eine bequeme Sporthose und ein funktionales Shirt reichen zunächst aus. Mit der Zeit kannst du deine Ausstattung nach deinen persönlichen Bedürfnissen ergänzen.
Was muss ich auf einer Mountainbike-Tour dabeihaben?
Neben Helm und passender Kleidung solltest du je nach Tour ausreichend Getränke, dein Handy sowie eine Möglichkeit für kleinere Reparaturen mitnehmen.
Ich bin neugierig, wie du das erlebst. Schreib mir gern hier in den Kommentaren oder drüben auf Instagram. Alles Liebe, Vanessa
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