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Mountainbike anfangen mit über 40 – So würde ich heute noch mal starten!

Vanessa schaut zurück wie sie mit über 40 mit dem Mountainbike angefangen hat

Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, als ich im April 2023 zum ersten Mal mit dem Mountainbike auf einem echten Trail war. Die Aufregung wich der Freude und zu Hause angekommen, lag ich erst mal platt auf dem Boden.

Schnell wurde mir klar, dass Mountainbike anfangen mit über 40 eine andere Herausforderung war, als was ich bisher sportlich kannte.

Wenn ich heute zurückschaue, würde ich vieles genauso und manches anders machen. Hier ist, was ich mir selber raten würde.

Mountainbike anfangen mit Ü40 – Meine To-dos

  1. Check beim Arzt
  2. Passendes Bike kaufen
  3. Ausrüstung zulegen
  4. Trails in der Nähe finden
  5. Basics lernen
  6. Auf die Ernährung achten
  7. Flowige Bikeparks mit einfachem Lift raussuchen
  8. Verbündete finden

1. Check beim Arzt

Das Erste, was ich mir ehrlich eingestehen musste: Mein Körper war nicht mehr in dem Zustand wie früher, als ich fünfmal pro Woche intensiv trainiert habe. Mountainbiken fordert anders und genau das ist die Realität. Safety first.

Deshalb war mein erster Schritt der Gang zu meinem Arzt. Sportcheck mit Blutwerten, Blutdruck und EKG. Schnell gemacht, aber extrem hilfreich, weil man danach weiß, wo man steht.

Besonders wichtig war mir dabei das Herz-Kreislauf-System. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Gefäßveränderungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Genau deshalb ist so ein Check sinnvoll, bevor man wieder intensiver einsteigt vor allem, weil Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte oft lange unbemerkt bleiben.

Fragen zu Gelenken und Belastbarkeit habe ich mir bei diesem Termin dagegen gespart. Durch eine frühere orthopädische Untersuchung wusste ich bereits, dass mein linkes Knie Arthrose hat und ich meine Muskulatur weiterhin gezielt stärken muss.

Rückenschmerzen kenne ich zum Glück kaum. Wer dort Beschwerden oder Unsicherheiten hat, kann den Sportcheck aber gut nutzen, um direkt nach passenden Übungen und sinnvollem Kraftaufbau zu fragen.

2. Passendes Bike kaufen

Ein Fully ist Gold wert. Bei der Auswahl würde ich mir Zeit lassen, mich gründlich informieren und verschiedene Modelle ausprobieren. Ein gutes Mountainbike sollte zum eigenen Fahrstil passen. Bei mir sind das sehr unterschiedliche Trails und zu etwa 70% Hometrails und 30% Bikepark.

Ob neu oder gebraucht spielt dabei erstmal keine große Rolle. Entscheidend ist der Zustand und die Pflege des Rades. Ein gebrauchtes Bike ist günstiger in der Anschaffung. Allerdings können noch Kosten für Service, Reparaturen oder Ersatzteile dazukommen. Lokale Fachgeschäfte sind ein guter Anlaufpunkt um verschiedene Modelle zu testen und die Unterschiede in Federung und Geometrie direkt zu spüren. Viele Händler veranstalten außerdem regelmäßig Test-Days. Falls es zeitlich passt, lohnt sich die Fahrt auf jeden Fall.

Letztlich sollte das Bike auch einfach Freude machen. Ein schönes Fahrrad motiviert. Das ist für mich kein oberflächlicher Gedanke!

Reicht am Anfang auch ein Hardtail?

Wenn du bereits eines hast, kannst du darauf viele Grundtechniken wie Kurvenfahren, Bremsen oder Senkenfahren sehr gut lernen. Die Erfahrung zeigt aber, dass ein Hardtail bei vielen recht schnell an seine Grenzen kommt. Für mehr Fahrspaß im Bikepark wurde dann ein zweites Bike als Fully gekauft.

3. Ausrüstung zulegen

Die Sicherheit hat für mich oberste Priorität. Helm, Knie- und Ellenbogenprotektoren, Handschuhe und eine Brille machten den Anfang. Später kam noch ein Brustpanzer dazu. Wenn ich mir anschaue was für Kratzer bereits auf meinen Protektoren und Schutzbrillen gelandet ist, weiß ich genau was sonst an meinem Körper oder noch schlimmer in meinen Augen wäre.

Bei zwei Stürzen konnte ich die Wucht am Kopf spüren, die der Helm glücklicherweise abgefangen hat. Ein gut sitzender Helm ist die wichtigste Investition. Es lohnt sich verschiedene Modelle anzuprobieren und nicht nur auf den Preis zu schauen.

Die Auswahl an Modellen auf dem Markt ist riesig und kann schnell überfordern. Am besten vergleichst du die Vor- und Nachteile verschiedener Materialien und Designs in Ruhe. Am Ende sollte die Ausrüstung nicht nur funktional sein, sondern auch zum eigenen Stil passen und bequem sein. Schließlich macht es Spaß gut auszusehen während man die Trails erobert.

Falls du wie ich ohne Linsen oder Brille gefühlt nicht weiter als zwei Meter scharf siehst. Hier bieten sich entweder Kontaktlinsen oder eine Schutzbrille mit Sehstärke an. Gute Sicht auf dem Trail ist schon was Feines.

4. Trails in der Nähe suchen

Apps wie Komoot oder Trailforks sind ein guter Einstieg. Dort findest du lokale Trails mit Schwierigkeitsgraden, Bewertungen und Fotos. Gerade am Anfang würde ich bewusst leichtere Strecken wählen und dort die Grundlagen lernen ohne ständig am Limit zu sein.

Oft gibt es versteckte Schätze in der Umgebung die man noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Ein Wochenende mit Gleichgesinnten um neue Trails gemeinsam zu erkunden macht riesigen Spaß. Man fährt entspannter, lernt voneinander und die Natur tut ihr Übriges.

5. Basics lernen

Bremsen, Kurven, Körperhaltung und Hindernisse klingen erst mal selbstverständlich, sind es aber nicht. Ich würde einen MTB Fahrtechnikkurs bei einem ausgebildeten MTB-Coach buchen. So unterschiedlich wie wir Menschen sind, sind auch die MTB Coaches. Daher empfehle ich dir bei der Auswahl genau hinzugucken.

Was ist mit Kraft- und Ausdauersport abseits des Trails?

Am Anfang dachte ich, dass ich mein Training komplett umstellen und speziell auf Mountainbiken ausrichten. Das Netz ist voll von Tipps mit Übungen für Mountainbiker. Irgendwann habe ich davon losgelassen.

Mein Training aus Kraftsport, Yoga und Laufen reicht als Ergänzung völlig aus. Ich fahre ein bis zweimal die Woche Mountainbike, meistens am Wochenende und dazwischen habe ich, wie die meisten von uns, einen ganz normalen Alltag aus Arbeit, Haushalt, Sozialleben und allem was sonst noch so anfällt. Ich bin Hobby-Mountainbikerin und keine Profi-Athletin.

Mein Training mache ich, weil es mir Spaß macht und weil es mich vor dem schützt was das Alter so mit sich bringen kann. Kräftige Muskeln schützen die Gelenke und beugen Verspannungen vor und geben mir Stabilität auf dem Bike. Yoga bringt Flexibilität und diese mentale Gelassenheit, die auf dem Trail genauso wichtig ist wie die Technik. Das reicht als Normalsterbliche.

6. Auf die Ernährung achten

Was vor und nach einer Tour auf dem Teller landet macht einen größeren Unterschied als man denkt. Das zählt nicht nur für das Fahren an sich, sondern auch für die Regeneration im Anschluss.

Vor dem Fahren esse ich gerne etwas Leichtes und Energiereiches wie ein Haferporridge.

Während des Bikens, habe ich für mich gelernt, dass ich mehrere kleine Snacks zwischendurch brauche statt einer großen Mahlzeit.

Es gibt natürlich ein paar fachliche Basics, aber es lohnt sich auszuprobieren und ehrlich hinzuhören wie der Körper reagiert. Mittlerweile weiß ich genau was mir gut tut und was nicht, sowohl beim Essen als auch beim Trinken während des Bikens.

7. Flowige Bikeparks finden

Bikeparks mit Lift und gut gepflegten Lines sind für den Einstieg Gold wert. Man verbringt mehr Zeit auf dem Bike und weniger Zeit beim Hochschieben. Die grünen und blauen Lines bieten eine kontrollierte Umgebung um zu üben ohne Verkehr oder unvorhersehbares Gelände.

Ich bin bis 2024 ausschließlich blaue Lines gefahren, bevor ich mich an die ersten roten herangetastet habe. Das war genau richtig so. Einfach das eigene Tempo finden ohne Druck von außen oder Vergleiche. Sessellifte mit Klammer sind für den Anfang übrigens meine klare Empfehlung.

8. Verbündete finden

Die MTB-Community ist wirklich besonders offen, hilfsbereit und motivierend. Lokale Gruppen, Girls Rides, Online-Communities. Es gibt viele Wege Gleichgesinnte zu finden und gemeinsam fährt es sich einfach besser. Man traut sich mehr, lernt schneller und lacht öfter.

Das erste Mal die Enduro in Olpe mitten in einer Gruppe toller Frauen zu fahren war unvergesslich. Als ich dann noch über ein Hindernis gezogen wurde das ich bis dahin noch nie gesprungen war habe ich richtig gespürt was diese Gemeinschaft ausmachen kann.

Mountainbiken anfangen mit Ü40 – Ein Gedanke zum Schluß

Mountainbiken mit über 40 ist eine großartig um Fitness, Abenteuer und Natur miteinander zu verbinden. Rückblickend würde ich heute mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen fast genauso beginnen. Der Arzt-Check bietet eine solide Grundlage, um sicherzustellen, dass gesundheitlich alles im grünen Bereich ist. Die Wahl des richtigen Bikes, die passende Schutzausrüstung und das Erlernen der Basics geben Sicherheit auf den Trails.

Zusätzlich hilft es, sich mit der passenden Ernährung, auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, für sich das richtige Tempo zu finden und sich die Zeit zu nehmen, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Ob in Bikeparks, auf den lokalen Trails oder in Fahrtechnik-Kursen. Mountainbiken ist nicht nur ein Solo-Erlebnis, sondern wird durch die Gemeinschaft umso wertvoller

Die Unterstützung und Motivation durch andere Fahrer, egal ob online oder auf den Trails, fördern den Spaß und die Leidenschaft für diesen Sport.

Jeder hat seinen eigenen Weg, aber vielleicht konnte ich mit diesem Blogartikel ein paar Ideen bringen, die deinen Einstieg ins Mountainbiken leichter machen.

Es ist nie zu spät, neue Herausforderungen anzunehmen und Abenteuer auf zwei Rädern zu erleben!

Ich bin neugierig, wie du das erlebst. Schreib mir gern hier in den Kommentaren oder drüben auf Instagram. Alles Liebe, Vanessa

Für deinen nächsten Bikeparktag

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