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Zecken beim Mountainbiken – So schütze ich mich!

Zecken beim Mountainbiken

Neben Verletzungen durch unfreiwillige Bodenproben sind Zecken beim Mountainbiken eine weitere Gefahr, mit der ich mich auseinandersetzen musste. Diese kleinen Tierchen können nicht nur lästig sein, sondern Infektionskrankheiten mit lebenslangen Folgen übertragen.

Grundsätzlich begegne ich der Natur mit einer Mischung aus Abenteuerlust und Respekt vor den gesundheitlichen Herausforderungen. Eine dieser Herausforderungen sind Zecken, die sich in Gräsern und niedrig hängenden Zweigen aufhalten. Angelockt durch unser schmackhaftes Blut, warten sie nur darauf, sich an einen vorbeipedalierenden Mountainbiker zu heften und ihren Bauch mit unserem Blut vollzuschlagen. Da sie dabei Viren oder Bakterien übertragen können, ist der ganzheitliche Schutz vor ihnen die beste Prophylaxe.

Darum können Zecken beim Mountainbiken so gefährlich werden

Ein Zeckenstich kann Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. Zwei sehr unterschiedliche Risiken, die es sich lohnt, einmal genauer anzuschauen.

FSME wird durch Viren übertragen und kann eine Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks verursachen. In schweren Fällen sogar mit tödlichem Ausgang. Die Viren treten vor allem in bestimmten FSME-Risikogebieten auf, wobei das Vorkommen in den Zecken kleinräumig stark schwanken kann. Im Mittel tragen dort zwischen 0,1 und 5 Prozent der Zecken das Virus in sich, wie das Robert-Koch-Institut in seinen FAQ zu Zeckenstichen festhält.

Trotzdem kann bereits ein einziger Stich für eine Infektion reichen, gegen die es, einmal ausgebrochen, keine spezifische Therapie gibt. Behandelt werden können nur die Symptome. Zum Glück gibt es für den präventiven Schutz eine FSME-Impfung, die in fast jeder Hausarztpraxis angeboten wird und für den vollen Impfschutz aus drei Teilimpfungen besteht.

Borreliose wird dagegen durch Bakterien der Gattung Borrelia verursacht und ist, anders als FSME, in weiten Teilen Europas und Nordamerikas verbreitet, wobei die Häufigkeit infizierter Zecken in manchen Gebieten sehr hoch sein kann. Unbehandelt oder zu spät erkannt kann sie zu langfristigen Problemen wie Gelenkschmerzen (der sogenannten Lyme-Arthritis) und neurologischen Beschwerden führen.

Sie tritt deutlich häufiger auf als FSME, da laut Robert-Koch-Institut etwa 10 bis 35 Prozent der Zecken mit Borrelien befallen sein können. Während FSME in Deutschland nur regional vorkommt, muss man bei Borreliose von einer Infektionsgefahr im ganzen Land ausgehen. Immerhin lässt sie sich, frühzeitig erkannt, in den meisten Fällen gut mit Antibiotika behandeln. Eine zugelassene Impfung gibt es dagegen nach aktuellem Stand nicht, weshalb der einzig verlässliche Schutz die Vermeidung des Zeckenstichs selbst bleibt.

Anmerkung 24.03.2026: Laut der Pharmazeutischen Zeitung zeigt ein Impfstoffkandidat gegen Lyme-Borreliose in einer Phase-III-Studie eine gute Wirksamkeit.

So schütze ich mich vor Zeckenstichen

Ich trage beim Biken fast immer lange Kleidung, außer wenn es richtig heiß ist. Dann greife ich gelegentlich zum kurzärmeligen T-Shirt. Ich verstehe aber gut, dass viele im Sommer lieber kurze Kleidung tragen. Das Gefühl von Sonne und Wind auf der Haut beim Fahren ist nun mal unbeschreiblich.

Grundsätzlich hilft es, mit möglichst wenig freier Haut zu fahren. Ich stecke mein Hemd in die Hose, damit gar nicht erst eine Lücke entsteht, durch die Zecken eindringen können. Eng anliegende Kleidung aus festem Material erschwert ihnen das Vordringen zusätzlich, während sie sich in weiten Ärmeln oder locker sitzenden Stücken leichter verstecken können.

Helle Farben helfen dabei, Zecken auf der Kleidung überhaupt erst zu entdecken. Über die Hosenbeine gestülpte Socken schließen die Lücke zu den Schuhen, durch die sie sonst gerne eindringen. Es gibt inzwischen sogar spezielle, insektenabweisend behandelte Funktionskleidung, damit habe ich allerdings noch keine eigene Erfahrung.

Je nach Gebiet trage ich zusätzlich ein Zeckenrepellent auf, das Zecken durch bestimmte Wirkstoffe abschreckt. Es gibt chemische Varianten wie DEET oder Icaridin, die gut wirken, und natürliche Alternativen auf Basis ätherischer Öle. Ganz sicher ist keine Methode, und die Wirkung hält nur begrenzt an, weshalb ich ein neues Produkt vorher immer kurz auf der Haut teste, um allergische Reaktionen auszuschließen.

Wer es lieber natürlich mag: Reines Kokosöl mit seiner Laurinsäure hat sich in einer deutschen Studie als erstaunlich wirksam erwiesen. Eine zehnprozentige Laurinsäure-Lösung sorgte dafür, dass sich 81 bis 100 Prozent der Zecken von der behandelten Oberfläche lösten, was sie in dieser Untersuchung sogar effektiver als synthetische Mittel erscheinen lässt.¹

Bei Unverträglichkeiten hilft es manchmal schon, zu einem Produkt mit anderer Grundrezeptur zu wechseln, da die Reaktion oft eher an den Trägerstoffen als am eigentlichen Wirkstoff liegt.

Ein einfacher, aber wirksamer Trick ist außerdem, möglichst auf ausgefahrenen Wegen zu bleiben. Zecken fallen nicht von Bäumen und springen niemanden an, sie streifen beim Vorbeilaufen oder -fahren von Gräsern und Zweigen ab – und Wege sind meist weniger dicht bewachsen und bieten ihnen entsprechend weniger Versteckmöglichkeiten.

Mit der schönsten Zeit kommt die Zeckenzeit

Ab dem Frühjahr gehört das Absuchen von Kleidung und Körper für mich fest zur Post-Ride-Routine und das aus gutem Grund. Zecken sterben erst bei 60 Grad. So heiß wasche ich meine Wäsche nie und selbst wenn ich die Kleidung danach gründlich kontrolliere, können sich Zecken durchaus mehrere Tage im Kleiderschrank halten. Eine wirklich gruselige Vorstellung, die mir zeigt, dass Kleidung waschen allein kein verlässlicher Schutz ist. Der entscheidende Schritt ist und bleibt am Ende das Absuchen des Körpers.

Weil der Saugvorgang selbst mehrere Tage dauert und die Zecke in dieser Zeit ständig Gefahr läuft, entdeckt oder zerdrückt zu werden, sucht sie sich bevorzugt geschützte Stellen am Körper. Kopf, Haaransatz, hinter den Ohren, Hals, Achselhöhlen, Ellenbogen, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen sind besonders beliebt. Genau dort lohnt sich ein besonders genauer Blick.

Da unsere Winter immer milder werden, können Zecken bei Plusgraden ganzjährig aktiv sein. Sobald das Thermometer über die 7-Grad-Marke klettert und die Luftfeuchtigkeit hoch ist (z. B. in hohem Gras), suchen sie nach einem Wirt.

Zecken entfernen mit Vorsicht

Bei meinem ersten Zeckenstich war ich erstaunt, wie winzig die Tiere sein können, wenn sie sich noch nicht mit Blut vollgesaugt haben. Solltest du eine bei dir oder jemand anderem entdecken, zählt schnelles Handeln.

Am besten greifst du sie mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenkarte möglichst nah an der Hautoberfläche, an ihren Mundwerkzeugen statt am vollgesogenen Körper, und ziehst sie langsam und gleichmäßig heraus. Hast du gerade nichts anderes zur Hand, geht das vorsichtig mit den Fingernägeln. Manchmal liest man, man solle die Zecke vorher mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Davon rate ich ab. Das reizt sie eher und kann dazu führen, dass sie ihren Speichel und mögliche Erreger erst recht freisetzt.

Nach dem Zeckenstich

Nach dem Entfernen desinfiziere ich die Stelle gründlich mit einem Hautdesinfektionsmittel und fotografiere die Einstichstelle, um sie in den Tagen danach im Blick zu behalten. Einen wirklich guten Tipp dafür habe ich auf Instagram bekommen und zwar die Rötung mit einem Stift umkreisen. Dann sieht man sofort, wenn sie sich verändert oder ausbreitet.

Über diese ersten Tage hinaus lohnt sich aber ein deutlich längerer Beobachtungszeitraum. Ein Zeckenstich sollte insgesamt etwa sechs Wochen im Blick behalten werden, damit Frühwarnzeichen für Infektionen wie Borreliose oder FSME rechtzeitig auffallen.

Das wichtigste Leitsymptom für Borreliose ist die sogenannte Wanderröte, bei der sich die Rötung kreisförmig um die Einstichstelle ausbreitet. Bei einem schnellen Arztbesuch ist Borreliose dann meist gut heilbar.

Treten in den sieben bis vierzehn Tagen nach einem Zeckenstich in einem FSME-Risikogebiet grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Kopf- oder Gliederschmerzen auf, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Ein weiterer Schutz vor Infektionen durch Zeckenstich

Neben der direkten Abwehr spielt für mich ein starkes Immunsystem eine wichtige Rolle. Es hilft dem Körper, Krankheitserreger effektiver zu bekämpfen und Infektionen im Zweifel zu mildern. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und ein gutes Stressmanagement unterstützen genau das.

Bewegung verbessert die Durchblutung und die Zirkulation der Immunzellen. Trockenbürsten und kalte Dusche gehören bei mir mittlerweile zum liebsten Morgenritual. Guter Schlaf ist wichtig, weil das Immunsystem gerade nachts aktiv arbeitet. Stress kann diese Abwehr spürbar schwächen. Ich weiß, das ist im Alltagstrubel nicht immer leicht, aber meist gewinnt man am Ende sogar Zeit dazu, weil man sich weniger ausgelaugt fühlt.

Bei der Ernährung gibt es einen interessanten Hinweis. Forschende der Universität Malmö fanden heraus, dass schwedische Soldaten, die acht Wochen lang Knoblauchpulver-Kapseln einnahmen, für Zecken deutlich weniger attraktiv waren.² Vielleicht bin ich deshalb bisher erst ein mal gestochen worden, weil schon der Duft meines Blutes so manchem Zeitgenossen die Tränen in die Augen treibt.

Verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Einen gewissen Effekt kann Knoblauch haben, ein sicherer Schutz ist er nicht. Zu weiteren Lebensmitteln kann ich aktuell noch nichts Fundiertes sagen, ich recherchiere fleißig weiter und ergänze diesen Teil, sobald ich etwas Interessantes finde.

Zecken beim Mountainbiken – ein Gedanke zum Schluss

Auch wenn viele Zeckenstiche harmlos und ohne Symptome verlaufen, ist die Gefahr einer Infektion mit FSME oder Borreliose für uns Mountainbiker fast immer präsent.

Gegen FSME schützt die Impfung mit rund 95 Prozent Wirksamkeit sehr zuverlässig, gegen Borreliose bleibt uns weiterhin nur die konsequente Vorbeugung. Kleidung, ein aufgetragenes Repellent und das gründliche Absuchen von Körper und Kleidung sind für mich die wirkungsvollste Kombination in meiner Anti-Zecken-Strategie.

Ich bin neugierig, wie du das erlebst. Schreib mir gern hier in den Kommentaren oder drüben auf Instagram. Alles Liebe, Vanessa

Quellen

[1] Ulrich Schwantes, 08 April 2008, Prevention of infectious tick-borne diseases in humans: Comparative studies of the repellency of different dodecanoic acid-formulations against Ixodes ricinus ticks (Acari: Ixodidae), link.springer.com/article/10.1186/1756-3305-1-8
[2] Louise Stjernberg; Johan Berglund: Garlic as an Insect Repellent JAMA, Aug 2000; 284: 831, researchgate.net/publication/12382914

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https://mtb-lounge.com/wundheilung-beschleunigen-mountainbike-sturz

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